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29. Mai 2007

Bürgerarbeit wird ausgeweitet

Arbeitsmarktprojekt findet in USA und Finnland Interesse
Halle ( dpa ). Das bundesweite Arbeitsmarktprojekt " Bürgerarbeit " wird in Sachsen-Anhalt deutlich ausgeweitet. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa kündigte Rainer Bomba, Geschäftsführer bei der Landesarbeitsagentur, an : " Wir werden damit ab Juli in der Region Sangerhausen rund 300 Menschen im gemeinnützigen Bereich in sozialversicherungspfl ichtige Beschäftigung bringen. "

Dazu gehören Tätigkeiten in Vereinen, in der Kirche oder in der Kinder- und Jugend- sowie Altenbetreuung. Dies werde in Helbra, Hecklingen und Gerbstedt ermöglicht.
Die Region Sangerhausen gehört mit einer Arbeitslosigkeit von 21, 6 Prozent bundesweit zu den Schlusslichtern. Zudem wird Bürgerarbeit in Thüringen erstmals mit der Kleinstadt Schmölln für rund 180 bis 200 Menschen im Juli gestartet. " Der Grundgedanke dabei ist, nicht Arbeitslosigkeit, sondern Arbeit zu fi nanzieren ", sagte Bomba, Geschäftsführer bei der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit ( BA ). " Leider reicht unser fi nanzieller Spielraum als Arbeitsagentur nicht aus, um noch mehr Bürgerarbeit und noch mehr davon flächendeckend zu ermöglichen. Da ist die Bundespolitik gefordert ", sagte Bomba mit Blick auf die Gesetzeslage.

Momentan wird Bürgerarbeit aus Mitteln für die Arbeitsmarktpolitik der Agentur für Arbeit beziehungsweise der Arbeitsgemeinschaft ( Arge ) fi - nanziert. Das Land Sachsen-Anhalt übernimmt aus Mitteln der Europäischen Sozialfonds den Arbeitgeberanteil für die Sozialversicherung. Das Projekt " Bürgerarbeit " ist laut Bomba auch auf internationales Interesse gestoßen, so in der Botschaft der USA und in Finnland. In der skandinavischen Kleinstadt Paltamo startet in Kürze ein ähnliches Projekt. " Unsere Erfahrungen sollen im fi nnischen Parlament vorgestellt werden ", sagte Bomba mit Blick auf den Besuch einer fi nnischen Abgeordneten beim Lebenshilfe-Werk Magdeburg gGmbH.

In Sachsen-Anhalt gibt es vor allem aus dem Handwerk Befürchtungen, mit der staatlich fi nanzierten Bürgerarbeit gehen den Firmen Aufträge verloren. Bomba widersprach dem erneut mit Hinweis auf eine genaue Prüfung der Tätigkeiten, die dafür im gemeinnützigen Bereich in Zusammenarbeit mit den Trägern ausgesucht würden. " Wir haben bisher keine negativen Rückmeldungen von den Trägern der Bürgerarbeit bekommen ", sagte Bomba. " Wenn es möglich sein wird, das Geld einzusetzen, welches wir ansonsten zur Finanzierung der Arbeitslosigkeit ausgeben würden, kostete das den Steuerzahler auch keinen Euro mehr. "

Das Arbeitsmarktprojekt Bürgerarbeit war im August 2006 in Sachsen-Anhalt zunächst klein im Lebenshilfe-Werk Magdeburg gestartet. Für Aufsehen sorgte es in Bad Schmiedeberg, wo dies seit Herbst erstmals in einer Kleinstadt erprobt wird. Die Arbeitslosenquote sank dadurch von September 2006 bis April 2007 von 15, 6 auf 5 Prozent. Derzeit haben mit Bürgerarbeit 186 Menschen in Sachsen-Anhalt eine sozialversicherungspfl ichtige Beschäftigung im gemeinnützigen Bereich. Ziel ist es, arbeitslose Menschen, die selbst bei guter Konjunkturlage keine Chance am ersten Arbeitsmarkt haben, im gemeinnützigen Bereich sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen. Zu den Tätigkeitsfeldern gehören Arbeiten in Vereinen, der Kirche, im außerschulischen Bereich oder bei der Seniorenbetreuung, die ansonsten die Träger oder Kommunen nicht aus eigener Kraft erledigen können. Bürgerarbeit darf Arbeitsplätze in der Wirtschaft aber nicht gefährden.


Dieses Projekt wird aus Mitteln des Operationellen Programms des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert:
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