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23. Dezember 2005
Netzwerk bietet kleinen Firmen Hilfe zur Selbsthilfe an
Navigator will von der Problemerkennung zur Problembewältigung
lotsen
Magdeburg. Seit zwei Wochen ist das Netzwerkprojekt "
NETWORK-KMU " im Internet, mehr als 3000 Unternehmen haben sich
schon eingeloggt. Wirtschaftsministerium,
TGL-Trägergesellschaft Land Sachsen-Anhalt und
Qualifizierungsförderwerk Chemie ( QFC ) haben den Navigator
durch Beratungsangebote und Förderdschungel entwickelt, um
Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Herzstück des
Netzwerkprojektes, das die Existenz kleiner und mittlerer
Unternehmen in Sachsen-Anhalt sichern und stärken soll, ist die
Selbstanalyse, die zu der Erkenntnis führt, an welchen Stellen
im Unternehmen " die Säge klemmt ". Ist das Problem erkannt,
weist der Navigator den Weg zu Ansprechpartnern, gibt
Informations-, Beratungs- und Kommunikationsangebote. Und das
geschieht vollkommen anonym, betont Projektmanager Jens
Brenneisen von der TGL-Trägergesellschaft Land Sachsen-Anhalt.
" Viele Unternehmer fahren im Kreis und wissen nicht, welche
Ausfahrt sie nehmen sollen ", erklärt TGL-Geschäftsführer Peter
Schneider. " Um die Zielrichtung bestimmen zu können, müssen
sie zunächst ihr Problem erkennen. " Dabei hilft die
Internetplattform des Netzwerks mit einem Angebot zur
Selbstanalyse. Den übersichtlich aufgebauten Firmencheck
füttern die Unternehmer mit ihren Basisdaten. Eine Auswertung
folgt auf dem Fuße mit Handlungsempfehlungen zur
Krisenprävention und -bewältigung sowie mit Links zu
Institutionen, Kammern, Verbänden, Förderinstituten und anderen
Partnern, die einen Rettungsanker werfen können. Auch
Informationen, die der Selbstschulung dienen, werden angeboten.
Zwei weitere Säulen des Netzwerks sind eine Servicehotline, die
ebenfalls anonym genutzt werden kann, sowie Angebote für
Workshops, die auf die Bedürfnisse gefährdeter kleiner und
mittlerer Firmen ausgerichtet sind. Ein halbes Jahr haben die
Vorbereitungen gedauert, bis das Netzwerk fest auf seinen
Säulen stand. Die Erfahrungen aus drei Jahren Arbeit mit
Unternehmen, aus Gesprächsrunden mit Insolvenzrichtern und
-verwaltern, mit Steuerberatern, Kreditgebern und den Kammern
sind darin eingefl ossen, informierte Wirtschaftsstaatssekretär
Reiner Haseloff. Das Netzwerkprojekt wird aus Mitteln des
Europäischen Strukturfonds und aus Landesmitteln finanziert.
Wichtig sei es, nicht nur Neuansiedlungen im Land zu
unterstützen, sondern auch in der Unternehmenslandschaft
Bestandspflege zu betreiben. Gerade Inhaber kleiner Firmen
stünden vor dem Problem, nicht nur gute Handwerker oder
Ingenieure sein zu müssen, sondern auch
betriebswirtschaftliches Know-how zu haben und Führungsqualität
beweisen zu müssen, sagte Schneider. Sie müssen den Markt
einschätzen, auf Veränderungen eingehen, innovativ sein,
kostengünstig produzieren, die Unternehmensnachfolge im Blick
haben und auf veränderte rechtliche Vorschriften achten. Und
selbst, wenn sie das alles bewältigen, können sie in
Schwierigkeiten geraten, weil Kunden ihre Rechnungen schuldig
bleiben oder Aufträge wegbrechen. Vorhandene Probleme würden
oft verdrängt, bis es zu spät ist, so Schneiders Erfahrung. Und
oft wisse der Unternehmer nicht, dass seine Situation nicht
aussichtslos ist. So könne beispielsweise eine zeitweise
Auftragsflaute mit finanziell unterstützter Kurzarbeit bei
gleichzeitiger Qualifi zierung der Mitarbeiter überbrückt
werden. Volksstimme Bettina Koch
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Operationellen Programms
des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt
gefördert:

