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14. März 2006

Firmenchefs nehmen Hilfe an

Wirtschaftsministerium sieht Beratungsangebot gut gestartet - Ausbau geplant
Magdeburg/MZ. Im vergangenen Jahr gingen in Sachsen-Anhalt 1 420 Firmen Pleite. Dies sind zwar weniger als im Vorjahr - dennoch ist das Niveau weiter hoch. Zur Stärkung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) startete die Landesregierung Ende letzten Jahres das Netzwerkprojekt "Network-KMU", dass Firmenchefs Wege aus der Krise zeigen soll. Die erste Zwischenbilanz fällt für Wirtschaftsstaatssekretär Reiner Haseloff (CDU) positiv aus. "Seit Dezember haben wir auf der Internetseite über 19 000 Zugriffe gehabt", sagt Haseloff. Angesichts von rund 65 000 Unternehmen im Land sei dies - auch wenn viele Besucher mehrmals auf der Seite waren - sehr viele. Nach Angaben des Landeswirtschaftsministeriums wurden vor allem die Problemberatung zum Krisenmanagement, Eigenkapitalstärkung sowie Reduzierung von Betriebs- und Kapitalkosten genutzt. "Der Vorteil unseres Angebotes ist es, dass sich die Firmenchefs anonym informieren können", erklärt Projektleiter Jens Brenneisen. Die Hemmschwelle, Hilfe von außen anzunehmen, sei immer noch sehr hoch. In den vergangenen drei Monaten suchten 130 Unternehmen (77 aus dem Süden von Sachsen-Anhalt) über die Servicehotline direkten Kontakt. "Wie erwartet, suchen die meisten Firmenchefs Rat bei Liquiditätsproblemen", so Brenneisen. "Wir versuchen ihnen in ersten Gesprächen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen." Dazu zählt eine umfangreiche Datenbank mit über 400 Förderprogrammen, die Unternehmen in Anspruch nehmen können, und die Vermittlung an die 20 Partner des Netzwerkes wie Industrie- und Handelskammern oder Investitionsbank. Nach Aussage von Haseloff soll das Netzwerk weiter ausgebaut werden: "Wir wollen bis Ende des Jahres 30 Partner im Boot haben." Ziel ist es auch, das Beratungsangebot im Internet auszubauen. So soll der Schnellcheck zur Lage der eigenen Firma um einige Module ausgeweitet werden. Zudem sollen weiter Workshops angeboten werden. Die bisherigen 16 Veranstaltungen im Land besuchten 416 Teilnehmer. Auf bisher zwei Jahre ist das aus Mitteln vom Land und der Europäischen Union finanzierte Projekt angelegt.


Dieses Projekt wird aus Mitteln des Operationellen Programms des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert:
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