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9. Dezember 2005
Land will Betriebe vor der Pleite bewahren
Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Rainer Haseloff startete das
Projekt zur Vermeidung von Insolvenzen
Das Projekt "NETWORK-KMU" soll die Zahl der Firmenpleiten im
Land verringern. Die Landesinitiative will bei Firmenchefs das
Problembewusstsein wecken und Wege aus der Krise zeigen. Für
Dr. Rainer Haseloff, Staatssekretär im
Landes-Wirtschaftsministerium, ist das gestartete Projekt
"NETWORK-KMU" der Vorbote einer neuen Wirtschaftspolitik.
"Dieses Projekt ist ein erstes Zeichen, wie die
Wirtschaftsförderung der Zukunft aussehen kann", so Haseloff.
Im Jahr 2000 konnte das Land für Wirtschaftsförderung noch 881
Millionen Euro ausgeben, in diesem Jahr sind es laut
Ministerium nur noch 691 Millionen Euro (minus 21,5 Prozent).
"Die Fördermittel gehen immer weiter zurück und werden
irgendwann zu Ende gehen", sagte Haseloff. "Da wird eine neue
Förderpolitik nötig. Wir müssen künftig stärker darauf
abzielen, den Bestand zu erhalten. Mit dem KMU-Netzwerk sind
wir gut aufgestellt, solch ein Instrument gibt es in keinem der
anderen neuen Bundesländer", so Haseloff. Laut Ministerium
meldeten bis August dieses Jahres 1020 Firmen Insolvenz an, 68
Prozent davon hatten weniger als fünf Mitarbeiter. Wie Haseloff
sagte, hätte ein großer Teil der Insolvenzen vermieden werden
können & durch professionelle Beratung, Krisenprävention
und -management. All das soll nun das Projekt für kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) leisten. Beim "NETWORK-KMU" werden
bereits verfügbare Beratungsangebote gebündelt. Dazu gibt es
eine neue Internetplattform, auf der die Unternehmer konkret
Hilfe bekommen, etwa zur Anfertigung von Bilanzvergleichen und
Auswertung von Checklisten. Das, so Haseloff, sei besonders
wichtig, weil kleine Firmen keine Controlling-Abteilungen
haben, die mit umfangreichen Aufstellungen zu Kosten- und
Erlösentwicklungen drohende Krisen frühzeitig aufdecken
könnten. "In kleinen Firmen macht der Geschäftsführer oft alles
selber", so Haseloff. Zum Fehlen einer Kontrollinstanz geselle
sich ein psychologischer Effekt. "Unternehmern fällt es oft
schwer über eigene Probleme zu reden. Sie verdrängen
Notsituationen und unterlassen wichtige strategische
Entscheidungen." Er rechne mit einer deutlichen Verringerung
der Insolvenzen durch das neue Beratungsangebot. Damit werde es
zum wichtigen Baustein der neuen Wirtschaftspolitik des Landes.
"Wir könnten durch Insolvenzvermeidung mehr Arbeitsplätze
erhalten, als wir mit den endlichen Fördermitteln neu schaffen
können", so Haseloff.
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Operationellen Programms
des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt
gefördert:

