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21. August 2007

Bürgschaftsbanken haben in Deutschland für den Mittelstand eine wichtige Bedeutung

BoB in Sachsen-Anhalt bereits lange am Markt...

Aus der Financial Times vom 21. August 2007: Die Bürgschaftsbanken in Deutschland haben für den Mittelstand eine wichtige Bedeutung. Sie sind den einzelnen Ländern unterstellt und übernehmen bei fehlenden Sicherheiten bis zu 80 Prozent des Kreditausfallrisikos bei gewerblichen Darlehen. Die Beantragung erfolgt normalerweise über die Hausbank - doch bis Jahresende soll es in allen Bundesländern auch die "Bürgschaft ohne Bank" geben, kurz BoB genannt.

Besonders für Existenzgründer könnte es in Zukunft wertvoll sein, wenn der Antrag auf Investitionsdarlehen direkt bei der jeweiligen Bürgschaftsbank gestellt werden kann. Die Hausbanken verfahren nämlich sehr streng nach dem Prinzip, nur bei ausreichenden Sicherheiten Kredite zu gewähren. Vor allem für kleinere Geschäftskredite gibt es kaum Spielraum.

Die Bürgschaftsbanken haben drei Geschäftsfelder:
1. Der Kreditnehmer beantragt einen Kredit bei seiner Hausbank
Die Bürgschaftsbank übernimmt die Haftung, aber erst, wenn der Kredit von der Hausbank bewilligt wurde. Über die Gewährung der Haftung entscheidet der Bürgschaftsausschuss. 

2. Bürgschaft ohne Bank (BOB)
Die Unternehmer stellen direkt den Antrag bei der Bürgschaftsbank. Bekommen sie eine Zusage, gehen sie damit zur Hausbank. Sie haben drei bis sechs Monate Zeit, bei einer Bank einen Kredit zu bekommen.

3. Mittelständische Beteiligungsgesellschaften
Die Bürgschaftsbanken sichern die Eigenkapitalbeteiligungen durch eine Ausfallgarantie ab. In den meisten Bundesländern sind die MBGs den Bürgschaftsbanken angeschlossen. Für Unternehmen ist diese Finanzierungsform sehr attraktiv, da die Beteiligungen als Eigenkapital gewertet werden und so das Rating verbessern. Bundesweit beteiligten sich MBGs mit bisher 1,6 Mrd. Euro an etwa 2.500 Unternehmen (durchschnittlich mit fast 650000 Euro).

Die Bürgschaftsbanken nehmen neben einer Bearbeitungsgebühr eine jährliche Provision, solange die Haftungszusage besteht. Die Höhe variiert je nach Bundesland und liegt im Schnitt bei einem Prozent der Bürgschaftssumme pro Jahr. Bürgschaftsbanken werden meist von Handwerkskammern, Versicherungen und Wirtschaftsverbänden getragen. Sie verstehen sich als Selbsthilfeinstrumente des Mittelstands. Die Obergrenze für Kredithaftungen liegt in der Regel bei 1 Mio. Euro. Insgesamt erhielten im vergangenen Jahr fast 7.000 Unternehmen Bürgschaftszusagen von etwa 1,1 Mrd. Euro. Neben den Gesellschaftern der Bürgschaftsbank steht auch das jeweilige Bundesland für einen Teil des geliehenen Geldes gerade. Entsprechende Rückversicherungsverträge wurden mit Bund und Ländern geschlossen.

In der Zwischenzeit knüpfen Bürgschaftsbanken ihr Angebot an regelmäßige Beratungen. Zusätzlich zu den üblichen Bilanzprüfungen müssen die Unternehmen regelmäßig ihre Planungen und Ergebnisse vorzeigen. Vor allem Existenzgründern wird schon nach neun bis zwölf Monaten ein Berater geschickt, der die Zahlen prüft.

Ausgeschlossen von der Gewährung einer Bürgschaft sind Sanierungskredite. Da allgemein davon ausgegangen wird, dass 50 Prozent aller Insolvenzen auf Managementfehler zurückzuführen sei, bemühen sich die Bürgschaftsbanken, früh genug zu erkennen, wann einzugreifen ist. Viele Unternehmen verschließen die Augen bei einer Krise, leihen sich noch monatelang Geld von Verwandten oder Freunden - und müssen am Ende doch Insolvenz anmelden.

Link: Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt



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